22.Februar 2018

15 neue Rollis!

"Bewusstsein bilden – Barrieren in den Köpfen abbauen“

rollis neu„Es ist normal, verschieden zu sein.“ An unserer Schule bildet dieses Diktum des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker seit vielen Jahren die Grundlage der pädagogischen Arbeit. Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung lernen hier bereits seit 1978 gemeinsam, 2016 wurden wir mit dem „Preis für inklusiven Unterricht und inklusive Schulentwicklung“ ausgezeichnet. Um das Bewusstsein für die Umsetzung von Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe unter den Jugendlichen noch besser fördern zu können, erhielten wir nun 15 neue Rollstühle. Die Mittel hierfür in Höhe von fast 4.000 Euro entstammen zur Hälfte dem Förderprogramm „barrierefrei, inklusiv & fair“, einer Initiative der Sparda-Bank-Stiftung Kunst, Kultur und Soziales mit dem Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz, Herrn Matthias Rösch. Die zweite Hälfte stellte die weltweit agierende Stiftung der Familie Hans-Joachim Wisser zur Verfügung. Den Kontakt zu beiden Geldgebern vermittelte der Jurastudent und ehemalige Schülersprecher Luca Lichtenthäler. Am 29. Januar konnten der stellvertretende Schulleiter Johannes Arnold und Simone Kindel, Leiterin des schulinternen Kompetenzbereiches Inklusion, alle Beteiligten zur Übergabe der neuen Rollstühle am WRG begrüßen. Neben Matthias Rösch sowie Rita und Hans-Joachim Wisser waren auch Jens Kublik und Nico Puschik als Vertreter der Orthopädischen Werkstätten in Engers, welche die Rollstühle lieferten, nach Bendorf gekommen. „Wir können damit das Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung noch besser vermitteln“, betonte Simone Kindel zu Beginn des gemeinsamen Austauschs unter den Gästen und verwies auf das von Physiotherapeut Fabian Steiger entwickelte Projekt zur Barrierefreiheit in Bendorf. So sollen im kommenden Frühjahr zunächst die Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe die Stadt Bendorf im Rollstuhl erkunden und Barrieren im Alltag sowohl persönlich erfahren als auch dabei helfen, auf diese aufmerksam zu machen und sie abzubauen, etwa im Gespräch mit Ladenbesitzern. Ein solcher Perspektivwechsel sei hilfreich, um Barrieren auch in den Köpfen abzubauen, betonte Matthias Rösch und empfahl, die praktischen Erfahrungen auch auf wheelmap.org, einer Online-Karte zum Suchen, Finden und Markieren rollstuhlgerechter Orte, zu dokumentieren.

Hans-Joachim Wisser bezeichnete die Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln, als eine besondere Fähigkeit des Menschen, sie sei gerade auch im Berufsleben eine nicht zu unterschätzende Kompetenz. Zugleich zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der Familienstiftung zuversichtlich, dass die Jugendlichen diesen am konkreten Beispiel erfahrenen Perspektivwechsel in Zukunft auch auf andere Bereiche übertragen könnten. Letzteres verband Wisser mit dem Motto seiner Stiftung: „Aus eins und eins drei machen.“ Denn das Hauptanliegen der von ihm 2007 ins Leben gerufenen Stiftung bestehe darin, junge Menschen bei der vollen Entfaltung ihrer Potenziale zu fördern, damit vorhandene Potenziale nicht ungenutzt bleiben.

(-Matthias Prill-)