11.April 2019

EK-Exkursion

Erdkundekurse des Wilhelm-Remy-Gymnasiums auf Exkursion

Ek Lk Tetraeder 1Das Ruhrgebiet „erfahren“ - im doppelten Sinne: Eine Rundfahrt mit dem Bus führte die beiden Erdkunde-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 12 des WRG Bendorf am 27. März in die Städte Essen, Bottrop, Duisburg und Oberhausen. Schon auf der Hinfahrt „erfuhren“ die Schülerinnen und Schüler viel über den historischen Bergbau in ihrer Heimatregion, den ja der Namensgeber der Schule, Wilhelm Remy, im 18. Jahrhundert mit geprägt hat, und auf der Fahrt über die A3 über die Eisenerzgrube Georg bei Willroth im Westerwald. Zudem gaben die beiden begleitenden Fachlehrkräfte, Karina Philipp und Ralf Hoffmann, das Bergmannslied „Glück auf, der Steiger kommt“ im Duett. Erstes Fahrtziel: Der Sitz des Regionalverbands Ruhr in der Essener Kronprinzenstraße, wo die orts- und sachkundige Reisebegleiterin zustieg, um fortan zum Thema „Strukturwandel im Ruhrgebiet“ zu informieren.

Station 1: Die Fahrt durch die Essener Innenstadt führte zum Thyssen-Krupp Hauptquartier. Ein Blick ging am ersten Wohnhaus der Familie Krupp zunächst zurück in die Unternehmensgeschichte: Ihren Aufstieg hatte die Firma insbesondere dem Eisenbahnbau in der Zeit der industriellen Revolution und der Herstellung von Waffen in der Zeit der beiden Weltkriege zu verdanken. Ein Rundgang über das Gelände lieferte Eindrücke von zwei aktuellen Innovationsbereichen des Unternehmens: Aufzugbau und klimatechnische Gebäudegestaltung. Einen Großteil ihrer Produktion hat die AG inzwischen ins Ausland verlagert.

Station 2: Der Tetraeder in Bottrop - ein Musterbeispiel für die Gestaltung alter Industriehalden. Von diesem Aussichtspunkt schweift der Blick über die letzte Steinkohlezeche des Ruhrgebiets, Prosper-Haniel, die Ende 2018 ihre Pforten schloss, und über eine nur noch in Teilen vorhandene Industrielandschaft.

Station 3: Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein etwa 180 Hektar großer, frei zugänglicher Park rund um ein stillgelegtes Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich, der im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park entstand. Seitdem das Hüttenwerk 1994 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, nutzen Besucher, Wanderer, Fahrradfahrer, Sportvereine, und Veranstalter den Park für ihre Zwecke.

Ek Lk Duisburg 1Station 4: Die „Neue Mitte Oberhausen“. Mit dem Bau des größten Einkaufszentrums Europas, dem „CentrO“, und zahlreichen Freizeiteinrichtungen wie Sea-Life-Aquarium, Marina oder Metronom-Theater ist in dieser Ecke des Ruhrgebietes die Industrie völlig verschwunden, und an deren Stelle sind Dienstleistungsunternehmen getreten.

Die ganztägige Tour „Strukturwandel im Ruhrgebiet" vermittelte mit informativen Fakten, Fragerunden und Ortsbegehungen ein realistisches und aktuelles Bild von den Veränderungen in der Industrielandschaft des Ruhrgebietes. Angesichts der Dynamik der strukturellen Veränderungen mussten Erwartungen revidiert werden und müssen Atlaskarten, die noch Industriestandorte ausweisen, wo schon keine mehr sind, korrigiert werden.

 

(Ralf Hoffmann)