23.Juni 2019

Guiness-Konzert

Ein klassisches "Guinness-Konzert" am WRG Bendorf

guiness2019 01Der Name Guinness ist in aller Munde: Es gibt das weltbekannte Guinness-Buch, das sogar
musikbezogene Rekorde wie das mit 24 Stunden längste Straßenkonzert oder Musikvideo oder den
höchsten wiedergegebenen Ton eines Mannes dokumentiert; es gibt irisches Guinness-Bier... aber ein
Guinness-Konzert??? --- Doch, das gibt es tatsächlich auch! Es wurde als Schulkonzert-Projekt von den
beiden Berufsmusikern der Rheinischen Philharmonie Koblenz, Nikolaus Maler (Fagottist) und Joël
Cantori (Cellist), ins Leben gerufen, die seit einigen Monaten in der Region auf "Guinness-Tour" gehen.
Am Montag, 17.06.2019, gastierten die beiden Orchestermusiker auch im WRG Bendorf und
präsentierten in zwei kleinen selbst moderierten Schulstundenkonzerten unseren 5., 6. und zwei 7.
Klassen rekordverdächtige Musikstücke verschiedenster Stile und Gattungen, die sie jeweils speziell für
ihre Duobesetzung Fagott und Cello umarrangiert hatten.
Zusammen mit den neugierigen Schülerinnen und Schülern sammelten sie zunächst spannende
Rekord-Ideen für ihr Konzertprogramm: Wie könnte das leiseste Musikstück der Welt klingen? Welches
ist das kürzeste? Wie lange dauert das längste bzw. langsamste Stück? Ist das schwierigste oder
einfachste Stück überhaupt messbar oder nicht eher von der individuellen Spielfertigkeit des
Instrumentalisten und den spieltechnischen Bedingungen seines Instruments oder das höchste Stück
vom Tonumfang des Instruments abhängig? Und natürlich: Wie schnell kann man denn eigentlich das
schnellste Stück spielen?
guiness2019 02Zu Beginn ihres Streifzuges durch eine rekordträchtige Musiklandschaft interpretierten sie zunächst das
weltweit bekannteste Stück, nämlich "Yesterday" von den Beatles, und erzählten anschließend, dass
keine einzige Minute vergehe, in der dieses Stück nicht irgendwo auf der Welt in einem Konzert oder im
Radio oder auf der Straße erklinge. Auf diese Weise gestalteten die beiden Künstler zwei sehr
abwechslungsreiche Musikstunden in Form von Gesprächskonzerten, indem sie konzentriertes
Musizieren mit lehrreichen Gesprächen abwechselten, in denen sie lebensweltliche Zusammenhänge
zwischen den Stücken oder ihren Komponisten herstellten, interessante Stück- und Komponisteninterna
verrieten sowie Fragen beantworteten. So erfuhren etwa unsere jungen Zuhörerinnen und Zuhörer, dass
das längste Stück "Organ 2 /ASLSP" ("As SLow aS Possible") der Welt von dem amerikanischen
Komponisten John Cage stammt, seit 2013 mittels eines Computers an einer Orgel in Halberstadt
(Sachsen-Anhalt) gespielt wird, indem jährlich ein neuer Ton erklingt, und es mit über 600 Jahren Dauer
jede gängige Konzertdimension sprengt. Während es damit in unserer schnelllebigen Zeit die Menschen
auf eine Suche nach der Langsamkeit mitnimmt, fordert das ebenso von Cage komponierte leiseste
Stück der Welt 4'33" zum aktiven Zuhören bzw. Wahrnehmen auf. Unsere Gäste spielten entsprechend
der Spielanweisung "Tacet" (Musik schweigt) 4 Minuten und 33 Sekunden lang keinen einzigen Ton,
wodurch unser junges Publikum zum Entdecken der Stille im Raum animiert wurde, was vielen gar nicht
so leichtfiel --- sind wir heutzutage doch leider vielerorts Lärm und ständige Interaktion gewöhnt.
Nach diesem experimentellen Musikerlebnis hatten die folgenden Programmpunkte vielfältigen
Wiedererkennungswert und ließen vor allen Dingen weitere Rekorde hageln: von der erfolgreichsten
deutschsprachigen Künstlerin Helene Fischer und ihrem Schlagerhit "Atemlos" im Popularmusikbereich
schlugen die Musiker einen Bogen zum bekanntesten klassischen Komponisten W. A. Mozart und seiner
Rache-Arie der "Königin der Nacht" aus der bekanntesten deutschsprachigen Oper "Die Zauberflöte",
erinnerten danach an den weltweit bekannten und erfolgreichsten "King of Pop" Michael Jackson mit
einem Mini-Mashup seiner Songs "Heal the world" und "Bad", bevor sie sich dem klassischen Welt-
Komponisten Ludwig van Beethoven und seiner berühmtesten Melodie "Ode an die Freude" aus seiner
9. Sinfonie sowie seinem bekanntesten Klavierstück "Für Elise" widmeten.
Den Höhepunkt und würdigen Abschluss dieser Rekord-Serie und damit ihres Guinness-Konzerts
setzten unsere Gäste schließlich mit dem Rekordversuch, das orchestrale Stück "Hummelflug" des
russischen Komponisten Rimski-Korsakow schneller als der Stargeiger David Garrett zu spielen, der
etwa eine Minute benötigte. Auch wenn unsere Gastmusiker einen neuen Guinness-Rekord letztlich nur
um wenige Sekunden verpassten, zeigten sie eine beeindruckend virtuose und musikalische Leistung,
die unsere Kinder und Jugendlichen mit jubelndem Beifall bedachten. Wir bedanken uns ganz herzlich
bei Herrn Maler und Herrn Cantori für dieses wunderbare Konzert-Erlebnis sowie für ihre Zugewandtheit,
mit der sie dem jungen Publikum begegnet sind, und drücken ihnen fest die Daumen, dass es ihnen
gelingen möge, bei einem ihrer nächsten Konzerte den bisherigen Guinness-Rekord im schnellsten Spiel
tatsächlich zu unterbieten. Wir würden uns sehr freuen, die beiden und ihr rekordverdächtiges
Musikprojekt irgendwann noch einmal bei uns im WRG begrüßen zu dürfen!

( - Ines Hürter - )