02.Juli 2020

SV Müllaktion

Gymnasium Bendorf engagiert sich für eine saubere Umwelt

.
.
Gleisabschnitt
Gleisabschnitt
.
.
Das hat sich gelohnt!
Das hat sich gelohnt!
Previous Next Play Pause
1 2 3 4
 
Bei strahlendem Sonnenschein machten sich am 24. Juni zwei Klassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe daran, den Gleisabschnitt der Brexbachtalbahn zwischen einem bekannten Fast-Food-Restaurant und dem Sayntunnel von Müll zu befreien. Die Idee zu dieser Aktion hatten unsere beiden Schülersprecher Lars Janßen und Malte Frisch, denen das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiges Anliegen ist.
 
„Da aufgrund der Corona-Pandemie der geplante Wandertag abgesagt werden musste, lag es nahe, die Not zur Tugend zu machen und durch eine Müllsammelaktion eine sinnvolle Abwechslung in den Corona-Schullalltag zu bringen“, erläuterte Lars und verriet, dass ihm die Abkürzung über den zugemüllten Gleisbereich vor einiger Zeit den entscheidenden Anstoß zu dieser Aktion gegeben habe. Unser Schulleiter Johannes Arnold zeigte sich sofort begeistert von dieser Idee, und auch die Absprachen mit der Stadt Bendorf verliefen problemlos.
 
Mit Entschlossenheit und Eifer widmeten sich also etwa dreißig Schülerinnen und Schüler zum Auftakt des Projektes „Umwelt schützen lernen“ der einer Sisyphusarbeit gleichenden Aufgabe, die Hinterlassenschaften ihrer unachtsamen und vermutlich zu einem Großteil jugendlichen Zeitgenossen einzusammeln. Schnell zeigte sich, welch beachtliche Mengen Müll unterschiedlichster Art auf einem überschaubaren Areal zu finden sind: Getränkedosen, Reste von Plastikfolien und -tüten, oft nur einige Quadratzentimeter groß,  Feuerzeuge, Taschentücher, ein Autoreifen, Zigaretten und Zigarettenschachteln, Tetrapacks, Silvesterböller sowie unendlich viele Glasscherben. Dass beispielsweise Plastikmüll nahezu nicht zersetzbar ist und letztlich als Mikroplastik wieder auf unseren Tellern landet, sollte inzwischen jedem bekannt sein – im Alltag scheint dies aber offenbar allzu oft ausgeblendet zu werden. Und auch die Zeit, die bis zur vollständigen Verrottung von Glasflaschen angenommen wird, stimmt nachdenklich: die Einwirkung von Naturkräften wie Wind und Wasser vorausgesetzt, kann dies bis zu 4000 Jahre dauern.
 
In Anbetracht solcher Zahlen hoffen Lars und Malte, dass die Aktion, die noch bis zu den Sommerferien fortgesetzt wird, dazu beiträgt, das Bewusstsein für das Müllproblem zu schärfen: „Wer einmal einige Stunden lang Müll gesammelt hat, der schaut vermutlich in Zukunft nicht einfach weg, wenn andere ihren Müll nicht ordnungsgemäß entsorgen.“
 
Nach nur drei Stunden Arbeit waren zehn prall gefüllte Säcke Müll zusammengekommen. „Der Gedanke, dass dieser Müll nicht mehr in der Landschaft herumliegt, ist ein guter“, freute sich Lars als Hauptinitiator und fügte nachdenklich hinzu: „Was wäre wohl zusammengekommen, wenn die gesamte Schulgemeinschaft einen Tag lang Müll sammeln würde?“
 
Verbindungslehrer Claudio Civello, der mit seiner Klasse ebenfalls an der Müllsammlung beteiligt war, zeigte sich am Ende des Tages optimistisch, dass diese Aktion an unserer Schule schon bald eine Fortsetzung erfahren wird.
 
Vom 1. bis zum 22. September 2020 können sich übrigens neben Schulen und Vereinen auch Einzelpersonen im Rahmen der Aktion „Saubere Landschaft“ einbringen und dabei mithelfen, Wald- und Wiesengrundstücke, Grünanlagen und Bachläufe von achtlos weggeworfenem Abfall zu befreien. Zudem steht in Bendorf am 12. September auch wieder die Aktion „RhineCleanUp“ auf dem Programm, bei der das Rheinufer von Müll und Unrat befreit wird.
 
Es gibt – leider! – immer wieder viel zu tun.
 
 
(Matthias Prill)