27.Oktober 2021

Perspektivwechsel

p mueller01Peter Müller zu Besuch am WRG

Im Rahmen der Pädagogischen Tage besuchte Peter Müller die Klassen der Jahrgangsstufe 5 und 6, um aus seinem Leben als Rollstuhlfahrer zu erzählen. War er als Jugendlicher eher schüchtern und zurückhaltend, hat er es sich mit seinem Projekt zur Aufgabe gemacht, für die Rechte und Belange von Rollstuhlfahrern einzutreten.

Gerade sein größtes Hobby, das Motorradfahren, ist nach einem schweren Unfall der Grund, wieso er heute im Rollstuhl sitzt. Doch zugleich hat ihn genau dieses Hobby und der Wunsch wieder Motorrad zu fahren, angetrieben, nie aufzugeben. Und so schildert Peter eindrucksvoll seinen Weg. Von dem Moment, in dem er im Krankenhaus aufwacht und realisiert, dass er querschnittgelähmt ist, über den Kampf wieder ins Leben zurückzufinden und den Problemen, mit denen er sich als Rollstuhlfahrer im Alltag konfrontiert sieht.

p mueller04Wie man sich im Rollstuhl eine Hose anzieht, oder sich ohne Einsatz der Beine vom Boden in den Rollstuhl stämmt, durften die Schülerinnen und Schüler direkt selbst ausprobieren. Das ist für Peter kein Problem mehr. Was ihn vielmehr behindert und einschränkt, sind Barrieren wie Treppen, Falschparker auf Behindertenparkplätzen oder Menschen, die ihn aufgrund seiner Beeinträchtigung  anders behandeln.

Die Barrierefreiheit am WRG und die Offenheit der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Behinderung, lobte Peter ausdrücklich. Wahrscheinlich hätte ein ganzer Tag nicht ausgereicht, um alle Fragen zu beantworten. Dass es sich lohnt seinen Träumen nachzueifern, dafür zu kämpfen und den Mut zu haben, Dinge zu machen, die vielleicht unmöglich erscheinen, hat Peter mit der Zeit gelernt. Mit seinem Projekt motiviert er die Schülerinnen und Schüler genau dies zu tun und Barrieren im Kopf, sowie Vorurteile zu überwinden.

p mueller02Vielen Dank an den Förderverein des WRG, der die Aktion mitfinanziert hat. Das Honorar von Peter Müller ging an die Opfer der Flutkatastrophe.

( - Fabian Steiger - )