18.Mai 2022

40. Ungarn-Austausch

Jubiläumstorte (40. Austausch)
Jubiläumstorte (40. Austausch)
Teambuilding
Teambuilding
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Empfang bei der Schulleiterin
Empfang bei der Schulleiterin
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Gruppe vor dem Gymnasium
Gruppe vor dem Gymnasium
auf der Theaterbühne
auf der Theaterbühne
Rückfahrt
Rückfahrt
Verabschiedung von den Gastfamilien
Verabschiedung von den Gastfamilien
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Am Freitag, den 22.04.2022 um 23.00 Uhr war es mal wieder soweit: Einer langjährigen Tradition folgend machte sich nach einer durch Corona bedingten zweijährigen Wartezeit eine Bendorfer Schülergruppe auf den Weg nach Szeged in Ungarn. Begleitet wurden die 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9-12 von Frau Höppe und Herrn Störmer. Der langersehnte Antrittsbesuch unseres Schulleiters Herrn Arnold musste aufgrund seiner Corona-Infektion leider wieder verschoben werden. 

Es wird immer schwieriger, junge Menschen zu motivieren, mal über den deutschen Tellerrand zu schauen und die Nachbarn in Europa im realen Leben kennenzulernen zu wollen. Die hohen Reisekosten stellen für viele Familien ein Problem dar und liefern damit einen Grund für eine Absage der Austauschmaßnahme. Dieses Jahr waren aber vornehmlich der Ukrainekrieg und die weiterhin latente Bedrohung durch Corona die Gründe für Absagen vieler potenzieller Austauschkandidaten. So konnten wir dieses Jahr nur 15 Schülerinnen und Schüler für einen Aufenthalt an der ungarischen Partnerschule begeistern.

Nach 16 Stunden Zugfahrt mit einigen Umstiegen und Wartezeiten und ca. 1280 km wurden wir am Samstagnachmittag in Szeged bereits von den Austauschpartnern und einigen Lehrern erwartet und aufs Herzlichste willkommen geheißen. Im Anschluss lernten unsere Schüler ihre neuen Familien sowie ihre neue Heimat für die nächsten Tage kennen. Dafür bauten wir am Sonntag auch einen Familientag ins Programm ein, der unseren deutschen Schülern viele Kompetenzen in Bezug auf Anpassung- und Kompromissverhalten abverlangte. Das Sozialverhalten gegenüber unbekannten, ausländischen Menschen, dem zukünftig eine immer größere Wichtigkeit zukommen wird, wurde hierbei sehr intensiv.

Während der kommenden Wochentage erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm mit engem Bezug zum Thema „40 Jahre Schulpartnerschaft“. Als erstes wurden wir von der neuen ungarischen Schulleiterin, Frau Dr. Anett Nagy, empfangen und herzlichst begrüßt. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, dass diese lange Schulpartnerschaft weiterhin gepflegt wird und sie sicherte uns ihre volle Unterstützung zu. Wir durften an den Vorbereitungen zum letzten Schultag der angehenden ungarischen Abiturienten teilhaben und stellten fest, dass die Gebräuche und Rituale ganz anders als in Deutschland sind. Wir bastelten dazu im Kunstunterricht Papierblumen, die am Denkmal des ungarischen Dichters Miklos Radnóti niedergelegt wurden, aber auch als Dekoration für die Feierlichkeiten der Schulpartnerschaft dienten. Zu dieser Feierstunde wurde – als kleine Reminiszenz an die K&K-Kaffeehauskultur – eine Torte gereicht, die nicht nur das Logo unserer Schulpartnerschaft trug, sondern auch hervorragend schmeckte. Auch wurden wir im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums der Partnerschaft vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Szeged im Rathaus empfangen. Er lobte in seiner kurzen Ansprache die Langlebigkeit unserer Partnerschaft und dankte allen Verantwortlichen.

Natürlich nahmen wir auch am ungarischen Schulalltag teil, bekamen einen Einblick in den Englisch-, Geschichts-, Mathematik-, Geographie- und Deutschunterricht, den wir Muttersprachler um einige Zungenschläge und Anregungen bereichern konnten. Auch Floskeln in der ungarischen Sprache lernten wir, so dass wir die wichtigsten Redewendungen, wie zum Beispiel den Dank fürs Essen, im Ungarischen ausdrücken konnten. Den Deutschen wurde zusätzlich eine Kurzvorstellung der eigenen Person in ungarischer Sprache in einem Kurzfilm aufgetragen – eine Aufgabe, die sie trotz zungenbrecherischer Herausforderungen zur Freude der ungarischen Lehrer und Schüler mit viel Begeisterung erfüllten.

Ungarische Bräuche und Sitten haben wir auf verschiedene Weise kennenlernen dürfen. Am Montagnachmittag veranstalteten z.B. die Ungarn eine Willkommensparty für uns, wo die bereits geknüpften freundschaftlichen Beziehungen durch interaktive Kennenlernspiele verstärkt wurden. Auch die kurzen Vorstellungsvideos wurden dabei gezeigt.

Selbstverständlich haben wir auch die schöne und bedeutende südungarische Universitätsstadt Szeged mit ihren sehenswerten Plätzen, Straßen und Häusern erkundet und dabei viel von ihrer bewegten Geschichte erfahren. Wir erhielten die Möglichkeit, während einer Theaterführung auf der Bühne zu stehen und in die Katakomben des Theaters hinabzusteigen. Wir besuchten den Dom und auch die neue Synagoge, die die drittgrößte in ganz Europa ist. Mit einer Touristeneisenbahn fuhren wir an den anderen zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei und bekamen auf Englisch das nötige geschichtliche Hintergrundwissen vermittelt. Nach dem Empfang im Rathaus durften wir auch einen Rundumblick aus luftiger Höhe über die Stadt werfen, denn wir durften den für ungarische Städte typischen hohen Rathausturm besteigen. 

Der sportliche Höhepunkt lag auf der ungarischen Kampfkunst-Sportart „Baranta“, die uns von einem professionellen Team zuerst vorgeführt und dann mit uns gemeinsam geübt wurde. Natürlich waren das erstmal einfache Techniken, die mit viel Spaß und Spiel verbunden waren, uns allen aber sicher als Erlebnis einer gelungenen Gruppenaktivität in Erinnerung bleiben werden.

Ein weiterer Höhepunkt war die Exkursion in den Nationalpark nach Opusztaszer. Hier vermittelten komplett eingerichtete Bauern-, Wohn- und Geschäftshäuser, wie man im ländlichen Ungarn des 19. Jahrhunderts gewohnt und gelebt hat. Ebenfalls wurde uns in Opusztaszer die ungarische Geschichte der „Landnahme“ durch die sieben ungarischen Stämme vor über 1000 Jahren mittels eines einzigartigen Rundbildes, von denen es nur noch sehr wenige auf der Welt gibt, vermittelt. Sportlich konnten wir uns hier auch im traditionellen Bogenschießen üben. Eine Reitershow bildete den Abschluß dieser Exkursion. Durch ein einsetzendes schweres Gewitter wurde sie leider vorzeitig beendet und wir mussten schnell in den sicheren Bus flüchten.   

Am Freitag, dem Tag unserer Rückfahrt, erwartete uns noch ein abschließender Höhepunkt. Wir verbrachten den Tag mit unseren ungarischen Partnern in der Donaumetropole und ungarischen Hauptstadt Budapest, die auf unserem Heimweg liegt. Dort besichtigten wir die Burg mit Präsidenten- und Regierungssitz, die Matthiaskirche und die Fischerbastei und genossen von dort aus den einzigartigen Blick über Budapest, bevor wir dann Richtung Zentrum hinabwanderten, um dann das weltweit drittgrößte Parlamentsgebäude zu besuchen. Leider konnten wir das Wahrzeichen Budapests für die Überquerung der Donau - die Kettenbrücke - aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht nutzen, fuhren aber mit der zweitältesten Metrolinie der Welt. Die U-Bahn Budapests ist nach der Londoner Metro die zweitälteste Untergrundbahn – und auch sie sollte man in Budapest einmal gesehen haben. Viele Informationen zur Stadt bekamen wir von unserem ungarischen Lehrerkollegen und -kolleginnen, aber auch durch Vorträge, die die ungarischen Schüler und Schülerinnen auf Deutsch vorbereitet hatten. Wir warfen abschließend noch einen Blick auf die St. Istvan Basilika, bevor wir uns schweren Herzens von den ungarischen Austauschpartnern am Keleti- Kopfbahnhof verabschiedeten und uns wieder auf den Heimweg machten.

Nach einer wunderschönen, erlebnisreichen Woche, in der neue Kontakte geknüpft und bestehende Partnerschaften vertieft worden sind, freuen wir uns auf den Besuch unserer Austauschpartner Anfang Oktober 2022.

(-Sven Störmer-)